Filmkritik "A Cure For Wellness"

13.02.2017

Mit "A Cure For Wellness" kehrt "Fluch der Karibik"-Regisseur Gore Verbinski zum visuell packenden Horror seines Klassikers "The Ring" (2002) zurück. Auch sein neuestes Werk sieht wie erwartet erstklassig aus. Die Geschichte kann aber leider nicht mithalten - im Gegenteil.

Wenn Dane DeHaan als Lockhart mit fiebrigem Blick durch die blassgrünen Korridore eines alten, abgelegenen Sanatoriums in den Schweizer Alpen humpelt, dann macht sich in "A Cure For Wellness" wohliger Grusel breit.

Mysteriöse Gerätschaften stehen in düsteren Laboren, unförmige Leiber liegen auf Bahren, das Personal blickt misstrauisch, die Patienten sehen seltsam unbeteiligt aus, alles wirkt unheimlich, antiquiert und morbide.

Unheilvolle Atmosphäre im alten Sanatorium

In der unheilvollen Atmosphäre versucht der nach einem Unfall im Sanatorium gestrandete Börsenbroker Lockhart den dunklen Machenschaften des Spa-Leiters Volmer (Jason "Lucius Malfoy" Isaacs) auf die Spur zu kommen.

Was hat es mit dem aus einer Quelle unter dem Anwesen stammende Heilwasser auf sich, das alle Patienten trinken müssen? Was mit der dunklen Vergangenheit des Gebäudes? Warum wollen die Patienten das Gelände nicht mehr verlassen? Wer ist die mysteriöse junge Frau (Mia Goth), über die Volmer so penibel wacht?

Platte Auflösung

Doch je mehr Fragen im mit knapp zweieinhalb Stunden viel zu langen Mix aus Mystery und Psychohorror beantwortet werden, desto größer die Enttäuschung. Denn die Auflösung des Ganzen ist so platt und unambitioniert, wie bei lahmer B-Movie-Ware von der Stange. Und das ist umso unverständlicher, da viele gute Ideen zwar angedeutet werden, dann aber wirkungslos verpuffen.

Fazit: Visuell schafft Regisseur Gore Verbinski mit "A Cure For Wellness" herrlich morbides Genrekino. Die Geschichte kann nach starkem Beginn aber das Niveau nicht halten und versandet in langatmiger Beliebigkeit.

(geschrieben für: t-online.de)