Filmkritik "Lommbock"

20.02.2017

Wenn ein Kultfilm nach Jahren fortgesetzt wird, verziehen die Fans häufig schmerzerfüllt das Gesicht. Zu überhöht ist der Anspruch, als dass der Streifen zufriedenstellen könnte. Auch "Lommbock", die Fortsetzung der Kifferkomödie "Lammbock" von 2001, wird nicht alle Freunde des ersten Teils begeistern. Gelungen ist der Film dennoch.

Am Ende von "Lammbock" wirft Stefan (Lucas Gregorowicz) sein Jura-Studium hin, um in der Karibik eine Strandbar zu eröffnen. Im "Lommbock" sieht man ihn dann auch gleich in einer solchen sitzen und genüsslich einen Joint rauchen. Allerdings ist alles ganz anders, als es scheint.

Die Bar ist über den Dächern von Dubai, anstatt Cannabis werden wirkungslose Kräuter gepafft. Stefan lebt mittlerweile als Anwalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und steht kurz davor, die erfolgreiche Geschäftsfrau Yasemin (Melanie Winiger) zu heiraten.

Dazu benötigt er allerdings seine Geburtsurkunde, die er sich mal eben schnell in der Heimat abholen will. Eigentlich kein Problem, würde er nicht bei seinem alten Kumpel Kai (Moritz Bleibtreu) vorbeischauen, mit dem er damals den Pizza- und Cannabis-Lieferdienst "Lammbock" betrieben hatte.

Ein Joint auf die alten Zeiten

Kai lebt mit seiner Freundin und deren Sohn immer noch in Würzburg, hat seinen Lieferdienst sehr kreativ in "Lommbock" umbenannt, macht nun in Asia-Food und hat mit dem Kiffen aufgehört - zumindest offiziell. Als er mit Stefan auf die alten Zeiten doch noch einen Joint raucht, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Bleibtreu hält wieder seine obskuren Monologe, die Story irrlichtert von einem absurden Highlight zum nächsten, und selbstverständlich sind auch wieder alle Figuren von Stefans Vater (Elmar Wepper) bis zum verstrahlten Duo Schöngeist (Antoine Monot Jr.) und Frank (Wotan Wilke Möhring) mit an Bord.

Angereichert wird das übliche Chaos noch mit Kais Ziehsohn Jonathan (Louis Hofmann). Der wandelt auf Drogendealer-Pfaden, sorgt so für weitere Verwicklungen und für ein paar der besten Dialog-Szenen mit dem um eine jugendgerechte Ansprache bemühten Kai.

Der spezielle "Lammbock"-Humor bleibt erhalten

Unter Umständen wirkt das offensichtliche Ziel von Regisseur und Autor Christian Zübert, den ersten Teil in jeder Hinsicht zu überbieten, zwar etwas gewollt. Die Gag-Dichte ist aber angenehm hoch, der spezielle "Lammbock"-Humor bleibt erhalten und selbstverständlich gibt es jede Menge Referenzen an den ersten Teil, die bei den Fans für wohlige Déjà-Vus sorgen werden.

Fazit: "Lommbock" ist eine würdige Fortsetzung und kann, was Tempo und absurde Drehs angeht, gegenüber dem ersten Teil sogar noch zulegen.

(geschrieben für: t-online.de)