Filmkritik "Atomic Blonde"

25.08.2017

Charlize Theron ballert sich in David Leitchs "Atomic Blonde" als Debbie-Harry-Klon formvollendet durch einen wirren Spionage-Plot und das Berlin des Mauerfalls.

Sehenswert machen den Streifen neben seiner Hauptdarstellerin das comichaft überzeichnete Berlin der 80er, der perfekt darauf abgestimmte Soundtrack und die teilweise umwerfend inszenierte Action - allen voran eine rund zehnminütige Single-Shot-Szene gegen Ende des Films. Derart klasse hat sowas zuletzt der zweifache  Oscar-Preisträger Alfonso Cuarón in "Children of Men" auf die Leinwand gezaubert, und das ist immerhin schon zehn Jahre her.

Auch der Rest der Action kann sich sehen lassen und trägt eindeutig die Handschrift von Ex-Stuntman Leitch, der als Co-Regisseur mit seinem Kollegen Chad Stahelski ja bereits in "John Wick" (2014) gezeigt hat, dass er gerade zum Besten gehört, was das Genre so hergibt. Da darf man sich schon mal gehörig auf sein nächstes Projekt "Deadpool 2" freuen.

Ein weiterer Pluspunkt von "Atomic Blonde" ist das ungemein cool stilisierte Berlin Ende der Achtziger, das mit der Realität zwar nur wenig zu tun hat, aber mit dem Soundtrack, der einen New-Wave-Hit nach dem anderen liefert, wie ein bombastisches Music-Video aus der Ära von MTV und "Formel Eins" wirkt.

Wer so etwas mag, ist bei "Atomic Blinde" bestens aufgehoben und sieht auch über die viel zu komplizierte Geschichte und die größtenteils flachen Charaktere - Therons Lorraine ist die rühmliche Ausnahme - hinweg. Die südafrikanische Oscar-Preisträgerin beweist hier übrigens einmal mehr, dass sie neben Scarlett Johansson DIE Actiondarstellerin des gegenwärtigen Kinos ist.

Fazit: Etwas wirre Spionage-Story, die aber dank ihrer Hauptdarstellerin, der stylishen 80er-Atmosphäre und vor allem der großartig inszenierten Action jede Menge Spaß macht.