M83 - Junk

24.04.2016

Beim Durchhören eines neuen Albums von M83 beschleicht einen immer das Gefühl, man habe nach zig Jahren ein altes Mixtape aus den 80ern wiederentdeckt.

Denn M83, das ist der Franzose Anthony Gonzales, begibt sich bei seinen musikalischen Rundreisen mit Vorliebe in dieses Jahrzehnt und bedient sich dort freizügig so ziemlich aller verfügbaren Stilmittel.

Genauso wenig wie sich die 80er musikalisch über einen Kamm scheren lassen, genauso heterogen sind auch die Alben von M83, was natürlich auch auf sein neuestes Werk mit dem Titel "Junk" zutrifft.

Die Toleranz des Hörers ist gefragt

Weil M83 allerdings ein sehr großes Spektrum der Musik der 80er nutzt und sich nicht auf bestimmte Vorbilder spezialisiert, benötigt der Hörer immer eine gewisse Toleranz.

Denn nicht unbedingt jeder, der auf hymnischen Synthie-Pop steht, kann auch etwas mit pathetischen Balladen anfangen. Nicht jeder, der kantige Elektrosounds mag, findet am Fahrstuhlsound von 80er-TV-Serien Gefallen. Und nicht jeder, der sich über einen funky Slap Bass freut, tut dies auch bei einem klagenden Saxophon oder einem Poser-Metal-Riff.

Wen diese Ambivalenz fasziniert, ist mit "Junk" bestens bedient. Alle anderen kommen um die Skip-Funktion nicht herum.

(erschienen: www.t-online.de)